Pressemitteilung vom 01.03.2026, veröffentlicht bei
aufsesssee.bayern:
FAGWASA - fantastische Aktionsgruppe für Wasserspekulationen am Aufsesssee berichtet.
Wir haben umgedacht.
Oder ehrlich gesagt: Wir haben übernommen.
Mitten in der Nürnberger Südstadt realisieren wir kein weiteres Investorenprojekt mit
austauschbarer Visualisierung, sondern die Korrektur eines städtebaulichen Irrtums:
Der Lago di Aufseß wird zum Aufsesssee. Und er wird wachsen.
Das Wasser wird bereits abgepumpt. Natürlich strategisch. Es fließt in den neuen Stadtkanal
entlang des alten Frankenschnellwegs. Sie könnten es eine Umleitung nennen, wir nennen
es urbane Gewässervernetzung. Sobald der letzte Tropfen seinen neuen Lauf gefunden hat,
beginnen wir. Nicht im Herbst. Nicht nach der nächsten Ausschusssitzung. Oder vor der
nächsten Wahl. Sondern sofort.
Der See wird vertieft und erweitert, klimaresilient gestaltet und endlich ernst genommen.
Mit Sitztreppen, schattenspendendem Grün und Schilfgärten, die mehr Artenvielfalt zulassen
als jede Hochglanzbroschüre. Aufenthaltsqualität statt Spektakelgebäude. Lebensraum statt
Renditeformel. Auch das Wohnen ordnen wir neu. Auf dem ehemaligen Parkhausgrundstück
entstehen Wohnungen, maßvoll geplant, sozial orientiert und tatsächlich bezahlbar. Dazu
eine Kita und das neue Nachbarschaftshaus “Schockenfreunde”. Eine wachsende Stadt
braucht soziale Infrastruktur und keine weitere Ansammlung von Schaufenstern.
Die vorgesehenen Läden und Verkaufsflächen entfallen vollständig. Was der Südstadt bisher
fehlte, sind konsumfreie Orte, vor allem in den langen Wintermonaten. Defensive Architektur
soll abgebaut werden. Der Aufesssee sorgt im Sommer für Frischluftschneisen zum Erholen
und Abkühlen, denn das Klima wartet nicht auf progressive Stadtentwicklung.
Die Wölkernstraße wird zwischen Pillenreutherstraße und Christuskirche zum
verkehrsberuhigten Bereich. Der See, eine Oase ohne Luftverschmutzung durch Abgase.
In der neuen Fußgänger*innenzone weicht der Asphalt für Grünflächen und
Sitzgelegenheiten, die Tramverbindungen bleiben erhalten und laufen über die frisch
ausgebaute Aufsessseehaltestelle.
Der Bauzaun verschwindet nicht im Container, sondern wird transformiert. Als Steg. Als
Brücke. Als tragende Struktur für neue Ideen.
Wir laden Sie ausdrücklich dazu ein, sich einzumischen. Stadt entsteht im Streit, im
Gespräch und im gemeinsamen Aushandeln.
Wir investieren in etwas, das keine Exceltabelle erfassen kann: Faire Verteilung von
Stadtraum, ökologisch vertretbare Bauprojekte und Solidarität. Keine maximale
Nachverdichtung, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Kein Prestigeobjekt, sondern eine Idee
im Maßstab zu ihrem Umraum.
Der Aufsesssee entsteht.
Der Prozess hat schon begonnen.
Was als Meme begann, entwickelte sich zu einer Badeparade und spannte eine
Projektionsfläche für unsere Träume auf. Es gab Kundgebungen in Strandnähe, wir haben
unsere Visionen mit dem Oberbürgermeister verhandelt.
Während das Wasser weiter Richtung Frankenschnellweg fließt, halten wir fest, was uns
bewegt: Fragen, Hoffnungen, Widersprüche. Der Aufsesssee ist längst mehr als eine
Baugrube. Er lebt weiter am Aufseßplatz, im Netz und bald auf der Leinwand.
Als Gewässer.
Als Bühne.
Als kollektive Vorstellung davon, wie Stadt anders gehen kann.
Trailer folgt ...